Raiffeisen Kassel

Marktbericht 12.02.10

Die anhaltende Eissituation auf den Wasserstrassen bringt weiterhin nur vereinzelt etwas Eindeckungsbedarf für vordere Lieferungen. Die Aufgelder hierfür bleiben moderat.
Die Gesamt-Versorgungslage der Verarbeiter ist weiterhin gut und auf die Termine April bis Juni/Juli wird allgemein noch mit ordentlichem Warenangebot gerechnet. Die gute globale Versorgungssituation spiegelt sich auch in den Schlagzeilen (Agrarzeitung online) der letzten Tage wieder:
"Viel Gerste wird eingelagert"
In der EU füllen sich die Interventionslager auf über 5 Mio. t Getreide, davon 4,2 Mio. t Gerste. Der Gerstenpreis werde in der EU nur durch die Intervention gehalten, bemerkte die EU-Kommission im Verwaltungsausschuss am Donnerstag in Brüssel.
"Globale Weizenvorräte reichen lange"
Argentinien wird in dieser Saison mehr Weizen ernten als bisher erwartet. Damit erhöht sich das globale Weizenangebot 2009/10 weiter. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA geht jetzt davon aus, dass im laufenden Wirtschaftsjahr mehr als 677 Mio. t Weizen erzeugt wird. Damit ist die aktuelle Menge fast so hoch wie 2008/09, das mit knapp 683 Mio. t den bisherigen globalen Rekord gesetzt hat. Diese Riesenmenge ist allerdings kaum noch überraschend. Interessant ist eher, wie viel davon als Endbestand übrig bleibt. Das USDA rechnet in der heute veröffentlichten Schätzung bislang damit, dass Ende 2009/10 weltweit fast 196 Mio. t Weizen unvermarktet bleiben werden. Diese Menge entspricht 30 Prozent des globalen Weizenverbrauches von rund 646 Mio. t. Mit solch riesigen Vorräten steht die neue Weizensaison 2010/11 von vorneherein unter latentem Preisdruck.
"Frankreichs Weizenexporte profitieren vom Euro"
Die Schwäche der Gemeinschaftswährung macht Exporte von Weichweizen aus Frankreich wettbewerbsfähiger. Der Absatz in Nordafrika ist besser als noch im Januar erwartet. Das französische Agraramt France Agri Mer berichtet in dieser Woche, dass Frankreich 2009/10 möglicherweise 8,6 Mio. t Weichweizen in Drittländer verkaufen kann. Vor allem Algerien und Marokko, aber auch die Elfenbeinküste, Kamerun und Nigeria haben Bedarf. Hier begünstigt laut Agri Mer das fehlende Angebot aus Argentinien. Die Lieferungen in andere EU-Länder laufen dagegen weniger gut. Aus dem Benelux-Raum wird nicht mehr so viel Weichweizen nachgefragt, stellt das Agraramt fest. Insgesamt erwartet France Agri Mer im laufenden Wirtschaftsjahr französische Exporte von 13,8 Mio. t. Im Vorjahr hatte Frankreich eine Rekordmenge von knapp 16,5 Mio. t Weichweizen exportiert.
Unverändert geht das  Agraramt davon aus, dass die französischen Endbestände an Weichweizen 2009/10 gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 3,9 Mio. t wachsen. Das wären fast 0,9 Mio. t mehr als im Juli 2009.

Seite Drucken